Uhrwerksbahn


 

WELCOME!                                                          

Eisenbahn-Blechspielzeug zu sammeln ist wie der Einstieg in eine Zeitmaschine, die einen 100 Jahre zurück katapultiert, in eine längst vergangene Zeit von großen Kinderaugen und deren Träume!

Von der dampfenden Locomotion 1825 erbaut in England von Stephenson, die über Stockton nach Darlington die erste Zugverbindung der Welt eröffnete! Bis nach Bayern wo über Nürnberg-Fürth, der Adler 1835 dampfend seinen Dienst in Deutschland aufnahm, war der Siegeszug der Dampfeisenbahn nicht mehr aufzuhalten. Noch im selben Jahrhundert kamen die Spielzeugeisenbahnen aus Blech gefertigt erst als Bodenläufer und später auf Schienen (Gleise) fahrend in die Kaufläden der deutschen Spielwaren- und Lehrmittelindustrie.

Für Märklin aus Göppingen im Schwabenland-Württemberg, begann 1891 mit der Storchenbein-Lok in Spur 1, angetrieben von einem mit Schlüssel aufziehbaren Uhrwerk gefertigt von Lutz aus Ellwangen, die Geburtsstunde der Modelleisenbahn! Sie fuhren auf Uhrwerkgleise aus Blech und wurden auf der Leipziger Ostermesse in Form einer Acht mit der ersten Kreuzung und passendem Blechzubehör ausgestellt!

Märklins erste Dampflokomotiven fuhren mit dem ungefährlichen, für die Kinder bestens geeigneten Uhrwerkantrieb bis 1954! Bereits 1895 kam die erste elektrisch (bis 1926 Starkstrom 110/220 Volt und ab 1927 das ungefährliche 20 Volt-System) betriebene Straßenbahn von Märklin auf den Markt. Gefolgt von Echtdampfloks (Life-Steam) die mit Spiritus beheizt wurden, für einige die Krönung der Antriebsarten!

In den Anfangszeiten der Spielzeugeisenbahn, wunderten sich manch gelehrte Buchpioniere der Modellbahn wie Dr.Walter Strauss ("DARSTELLUNG DES MODERNEN EISENBAHNWESENS ALS LEHRMITTEL" von 1922!) und Gustav Reder ("Die Modelleisenbahn, ihre Wirkungsweise und ihr Betrieb" von 1926!) über die "Verirrung" von der Strom-Antriebsart in Dampfloks. Was würden diese Fachleute von damals zur heutigen Digitaler-Steuerung über Computer im 21 Jahrhundert sagen?

Man bezeichnete erst später diese Urgröße als die Spur 1-erste-(Spurweite = 45mm, Maßstab = 1:32) bei Märklin und danach folgten noch größere Modelle der Spuren II + III bis IV! Um 1896 brachte Märklin die damals kleinste Spur 0 (Spurweite = 32mm, Maßstab = 1:45) auf den Markt. Zu Beginn der Modellbahn 1891 wurde die Spurweite irrtümlich zwischen den Schienenmitten gemessen und ergab so z.B. für die Spur 0 eine verirrte Spurweite von 35mm! Erst 39 Jahre später wurde dieser Fehler berichtigt und in einem Märklin-Katalog von 1930/31 erstmalig die Spurweite korrekt als lichtes Maß zwischen den Schienenköpfen angegeben! Die Spur II + III wurden bereits anfang der 20er Jahre wieder eingestellt und die Spur 1 (Baustopp 1936) wurde bis 1939 angeboten. Der Vorteil des geringeren Platzbedarfs machte die Spur 0 zur dominierenden Baugröße bis 1935! Da wurde die kleine Tischeisenbahn der Spur 00 (Spurweite = 16,5mm, Maßstab = 1:87) vorgestellt und bekam ab 1950 die glücklichere Bezeichnung = H0 (Halbnull), bis heute Marktführend!

Uns haben es die handlichen Spur 0 Uhrwerkloks, der Märklin Tin-plate-Ära angetan, die laut Märklin selbst um 1896 begann (nach Expertenmeinung bereits 1893!) und 1954 mit der Produktionseinstellung endete. Eigentlich ging sie bereits 1939 zu Ende, danach gab es keine Neuheiten mehr!

Wie ein netter Bekannter von uns und selbst seit vielen Jahren begeisterter Tin-plate-Sammler und erfolgreicher Sachbuchautor in einem seiner vielen Bücher schrieb...... "Die Sahne auf dem Kaffee: Zubehör zur Blechzeit!"So beschreibt Botho G.Wagner in seinem Buch = Spielzeug & Modelleisenbahnen Von 1890 bis heute, die schönen Accessoires aus Blech mit viel liebe zum Detail gefertigt und die jede alte Blechbahn faszinierend ausschmücken.

 Hier möchten wir unsere noch sehr kleine Sammlung von Märklin Uhrwerk-Dampflokomotiven der Spur 0 + Märklin Zubehör aus Blech gefertigt präsentieren. Über Kommentare-Tipps und Links zu weiteren Spur 0... Sammlungen-Ausstellungen, würde sich unser Gästebuch sehr freuen!

-de gustibus non disputandam est- (lat.: über Geschmack soll man nicht streiten)

Diorama zu unserer später fest aufgebauten Märklin Spur 0 Tin-plate-Anlage mit Uhrwerksgleisen und vielem schönen Märklin Blech-Zubehör von den Anfängen bis zur Reichsbahnzeit!

Bahnschranke 2219/0 mit Haltschild. Preis = 2,30.- RM. Bauzeit 1909-1928! Wärterhaus 2153/0 mit Haltschild. Preis = 2,40.- RM. Bauzeit 1927-1928! Übergangssteg 2386/0 ohne 2 abnehmbare Signalmasten. Preis 3,20.- RM. Bauzeit 1927-1940!


RM = Reichsmark, die offizielle Währung von 1924-1948!

Zum Vergleich hatte damals 1935 ein Facharbeiter einen Stunden-Bruttolohn von durchschnittlich 0,78.- Reichsmark (RM)!

Mark (Mk) = erste Währung für das Deutsche Reich von 1873-1923!

Zum Vergleich lag 1890 der Wochenverdienst eines gelernten Arbeiters oftmals unter 20.- Mark und ein Straßenbahnfahrer hatte um 1900 einen Monatslohn von cirka 90.- Mark!

Bahnhof-Buchhandlung 2616G mit original Zeitschriften. Preis = 5,50.- RM. Bauzeit 1929-1935!

Sitzgarnitur von Märklin Nr.2678. Preis = 1.-RM. Bauzeit 1936-1940!

Personenwagen 18880P mit 4 achsigen Drehgestellen, Türen zum öffnen, durchbrochene Fenster mit Zelluloidscheiben, Scharnierdach, öffnungen für Harmonikaverbindungen = 2280K-Faltenbalg, Inneneinrichtung mit Figuren (alles original), feine Chromolithographie in grün. Länge 21,5 cm. Preis = 8,50.- RM. Bauzeit 1929-1938!

Chromolithographie = bedrucktes Blech, wurde von Märklin bereits 1904 eingeführt. Bedrucktes Blech konnte nicht mehr gelötet werden, da sonst der Farbaufdruck leidet. So wurde die Verlappungstechnik eingeführt! Das ausgestanzte Blech hatte Blechlaschen, die in dafür vorgesehene Schlitze umgebogen wurden. So hat man eine lötfreie, aber dennoch feste Verbindung! Vorteil gegenüber der Handlackierung, ist eine wirklichkeitsnähere Darstellung und kostengünstigere Herstellung!

Kranwagen mit Kranhaus 1768/0 Handlackierung. Preis = 4,80.- RM. Bauzeit 1933-1937! Im Hintergrund steht der Blechtunnel von Märklin (baugleich mit Plank
647/1) Nr. 2521/0 Bauzeit 1900-1929! Preis damals 10,50.- RM. im Katalog D5 von 1928!

D1 = der erste Kundenkatalog von Märklin für den Endverbraucher von 1924! Ab dem D3-Katalog wurde auch die Jahreszahl 1926 vermerkt. Die Kataloge kosteten damals = 50 Pf. Viele Titelblätter (1929-1939) entstanden vom Wiener Künstler Josef Danilowatz!

4 Güterwagen in Spur 0 von Märklin, hinten der ged. Güterwagen Nr. 1691 Preis = 2,60.- RM. Bauzeit 1935-1940! Vorne links der Märklin-Planewagen Nr. 1663 Preis = 1,80.- RM. Bauzeit 1932-1940!

Kippwagen in feiner Handlackierung Nr. 1921 Preis damals 3.- Mark (Mk.) Bauzeit 1919-1923  mit damaligen Gummistempelaufdruck = Wappen mit "Würtemberg"!

Kesselwagen Dapolin Nr. 1973 in Handlackierung bzw. Spritzlackierung. Preis = 2,30.- RM. Bauzeit 1927-1929 mit dem Wappen "Made in Germany" auf der Wagenbodenunterseite! 

1897-1910 cirka wurde das Wappenschild eingeprägt z.B. in die Rauchkammertüren-Kesselvorderseite der Loks! Neue Modelle ab 1910 bekamen keine Prägung mehr, nur die alten Modelle vor 1910 entwickelt, wurden noch bis in die 20er Jahren geprägt!

1910-1916 cirka wurde das Wappen mit "Germany" aufgestempelt!

1917-1921 cirka wurde das Wappen mit "Würtemberg"(oder Württemberg) verwendet!

1922-1929 cirka wurde das Wappen mit "Made in Germany" oder nur "GERMANY" benutzt!

1930 cirka wurde nur der "MÄRKLIN"-Schriftzug verwendet ohne Wappen, was eine ungefähre zeitliche Einordnung der Modelle erlaubt!

Erst 1930 wurde das Märklin "Fahrrad", was eigentlich eine Dampflok darstellen sollte, als neue Prägung im Wagenboden vieler Güter-Personenwagen und auf Loks eingeführt! Verwendet bis zum Ende der Tinplate-Epoche 1954 für Spur 0!

Fasswagen 1666 Handlackierung. Preis = 2,40.- RM. Bauzeit 1933-1937!

Selbstentladewagen 19950 Handlackierung. Preis = 4.- RM. Bauzeit 1925-1934!

Uhrwerk-Lokomotive Spur 0 mit Tender = R890 mit Bremse vor und rückwärtsfahrend. In feiner Chromolithographie braun-schwarz. Länge 28 cm.   Preis = 5,50.- RM. Bauzeit in dieser Ausführung 1933-1937!

Prellbock 2204 mit langen imitierten Druckluftzylindern in feiner Handlackierung.Länge 16 cm. Preis = 5,50.- RM. Bauzeit 1905-1932!

Fahrtrichtungsanzeiger 2647/4 Preis damals 3,30.- RM. Bauzeit 1928-1934!

Märklin-2611R-Standarte mit der Reichsflagge. Preis damals 1.- Reichsmark (RM).

Bauzeit 1933-1935!

 

Märklin-Bahnhofsanlage 2003B (mit Vorrichtung für elektrische Beleuchtung) mit Güterschuppen (Schiebetüre), Bahnsteigsperre (1Türe zum öffnen) und Bedürfnisanstalt (mit 2 Türen zum öffnen). Solide Handarbeit und feine Handlackierung. Preis = 22.- Reichsmark. Bauzeit 1929-1933!

Zubehör sind die Spur 0 Massefiguren (höhe cirka 5,5 cm.) von Hausser(Elastolin) und Lineol gebaut vor dem 2 Weltkrieg! Weiteres Zubehör ist die Bank von Märklin Nr.2676. Preis 0,40.- RM. Bauzeit damals 1936-1940!

Abfahrt- u. Ankunftsständer 2643 Preis damals 1,50.- RM. Bauzeit 1928-1935!

 

Märklin B 1020 nur vorwärtsfahrend mit Bremse und 1 Loklaterne Nr.2305!Solide Handarbeit mit hochfeiner Handlackierung. Länge mit Tender 1800/0= 25,5 cm. Preis damals 6.40.- Mark + 0,60 der Tender! Bauzeit 1908-1914!

 

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